Craft CMS als Redaktionswerkzeug, was Redakteure zum Einstieg wissen müssen

Wer zum ersten Mal im Control Panel von Craft CMS landet, ist oft überrascht: Keine überladene Oberfläche, keine versteckten Menüpunkte, kein digitaler Geräteschuppen wie bei manch anderem CMS. Stattdessen eine ruhige, strukturierte Benutzeroberfläche, die genau das zeigt, was gebraucht wird und nichts, was nicht gebraucht wird. 

Das ist kein Zufall. Craft CMS wurde von Anfang an nicht als technisches Bastelsystem für Entwickler entworfen, sondern als ernsthaftes Werkzeug für Menschen, die täglich mit Inhalten arbeiten. Trotzdem gibt es beim Einstieg einige Konzepte, die sich von anderen Systemen unterscheiden und die man verstanden haben sollte, bevor man loslegt. 

Das Control Panel: Aufbau und Orientierung

Das Control Panel ist die Arbeitsoberfläche für Redakteure. Es ist über eine eigene URL erreichbar, typischerweise über die Adresse der Website mit dem Pfad /admin. Der genaue Pfad kann von Projekt zu Projekt abweichen, da Entwickler ihn aus Sicherheitsgründen individuell konfigurieren.

Nach dem Login findet man sich im Dashboard wieder. Dort können je nach Konfiguration Kurz-Übersichten zu aktuellen Einträgen, ausstehenden Aufgaben oder Statistiken eingeblendet sein. Das Dashboard ist projektspezifisch eingerichtet und sieht je nach Website anders aus. 

Die linke Navigation ist der wichtigste Orientierungspunkt. Hier finden sich in der Regel Bereiche wie Einträge, Assets, Nutzer und je nach Projektumfang weitere Menüpunkte. Alles, was im täglichen Redaktionsalltag gebraucht wird, ist von hier aus erreichbar. 

Einträge: Das Herzstück der täglichen Arbeit

In Craft CMS heißen Inhalte „Einträge". Ein Beitrag, eine Produktseite, eine Pressemitteilung, eine Landingpage: In der Regel ist das alles ein Eintrag, nur in unterschiedlichen Sektionen organisiert. 

Sektionen sind der strukturgebende Rahmen. Eine Sektion fasst zusammen, welche Art von Inhalt dort gespeichert wird, zum Beispiel alle News-Beiträge oder alle Mitarbeiterprofile. Welche Felder für einen Eintrag ausgefüllt werden können, hängt vom jeweiligen Eintragstyp ab. Das klingt technisch, ist aber im Alltag sehr einfach: Man klickt auf einen bestehenden Eintrag oder legt einen neuen an und sieht sofort, welche Felder zur Verfügung stehen. 

Neue Einträge werden über den Button „Neuer Eintrag" angelegt, der in der jeweiligen Sektion oben rechts zu finden ist. Die Bearbeitungsmaske öffnet sich, man füllt die Felder aus und speichert. So einfach ist das im Grundbetrieb. 

Entwürfe, Revisionen und das Vier-Augen-Prinzip

Eines der nützlichsten Features für Redakteure ist das Entwurfssystem. Jeder Eintrag kann als Entwurf gespeichert werden, ohne sofort live zu gehen. Das erlaubt es, Texte in Ruhe vorzubereiten, Formulierungen abzustimmen und erst dann zu veröffentlichen, wenn alles stimmt. 

Craft speichert dabei automatisch Revisionen: Wer will, kann jederzeit eine frühere Version eines Eintrags aufrufen und bei Bedarf wiederherstellen. Das ist besonders bei längeren Texten oder häufig aktualisierten Seiten wertvoll. Kein versehentliches Überschreiben, kein verlorener Stand. 

Für Teams gibt es zusätzlich die Möglichkeit ein Vier-Augen-Prinzip zu etablieren. Wie genau dieser Freigabeworkflow konfiguriert ist, hängt vom Projekt ab. 

Die Live-Vorschau: Sehen, was veröffentlicht wird

Bevor ein Eintrag live geht, will man wissen, wie er auf der Website aussieht. Die Live-Vorschau von Craft macht genau das möglich. Über den Vorschau-Button öffnet sich eine geteilte Ansicht: Links die Bearbeitungsmaske, rechts die fertige Website-Darstellung. Änderungen im Formular spiegeln sich sofort in der Vorschau wider. 

Das ist besonders hilfreich bei Inhalten mit Bildern, Zitaten oder strukturierten Inhaltsbereichen, bei denen das Ergebnis stark von der Reihenfolge und Kombination der Elemente abhängt. 

Assets: Bilder und Dateien verwalten

Der Assets-Bereich ist das Dateiarchiv des Projekts. Hier werden Bilder, PDFs, Videos und andere Medien hochgeladen und verwaltet. Craft organisiert Assets in sogenannte Volumes, also Ordnerbereiche mit unterschiedlichen Zwecken, zum Beispiel ein Volume für Produktbilder und eines für Downloads. 

Bilder können direkt im Asset-Manager beschnitten und angepasst werden, ohne externes Bildbearbeitungsprogramm. Das spart Zeit im Alltag erheblich. Wer ein Bild in einen Eintrag einbettet, kann es direkt beim Einbetten für den jeweiligen Kontext zurechtschneiden. 

Wichtig zu wissen: Craft unterscheidet zwischen dem Original, das einmal hochgeladen wird, und den erzeugten Bildvarianten für die Website. Das Original bleibt immer erhalten. Das heißt, man kann denselben Upload in unterschiedlichen Formaten und Größen verwenden, ohne mehrfach hochladen zu müssen. 

Feldtypen: Was sich hinter den Eingabefeldern verbirgt

Craft CMS kennt eine große Anzahl verschiedener Feldtypen. Der häufigste im Alltag ist der Rich-Text-Editor für formatierten Fließtext. Daneben gibt es einfache Textfelder, Auswahlfelder, Datumsfelder, Checkboxen, Asset-Felder für Bildverknüpfungen und viele weitere. 

Ein besonderer Feldtyp ist das Matrix-Feld. Es erlaubt es, Inhalte aus mehreren Bausteinen zusammenzusetzen. Eine Seite kann damit aus einem Textblock, dann einem Bild, dann einem Zitat, dann einer weiteren Textpassage bestehen. Die Reihenfolge lässt sich per Drag and Drop verändern. Neue Blöcke lassen sich jederzeit einfügen oder entfernen. Das ist das Konzept, das Craft so flexibel macht: Seiten sind keine starren Formulare, sondern Kompositionen. 

Benutzerrollen: Wer darf was

In der Regel bekommt man als Redakteur eine fertig konfigurierte Rolle zugewiesen. Diese Rolle bestimmt, auf welche Sektionen zugegriffen werden darf, ob Einträge nur erstellt oder auch gelöscht werden können, und ob Einstellungen im System verändert werden dürfen. Als Redakteur muss man sich darum in aller Regel nicht kümmern, aber es ist gut zu wissen, warum bestimmte Bereiche des Control Panels vielleicht nicht sichtbar sind. Das ist keine Fehlfunktion, sondern gewollte Konfiguration. 

Praktische Tipps für den Einstieg

Such- und Filterfunktionen befinden sich immer in den Bereichen "Einträge" und "Dateien". 

Speichern funktioniert in Craft auf mehrere Arten. Der rote Button oben rechts speichert und veröffentlicht sofort. Daneben gibt es über den kleinen Pfeil weitere Optionen, etwa „Als Entwurf speichern" oder „Speichern und weiter". Ein kurzer Blick auf diese Optionen lohnt sich ganz am Anfang, um keine unbeabsichtigte Veröffentlichung auszulösen. 

Wer Einträge in einer Liste sucht und sortieren möchte, findet in der Indexansicht jeder Sektion praktische Filteroptionen. Einträge lassen sich nach Status, Datum, Autor und weiteren Kriterien filtern. Gerade bei großen Inhaltsmengen ist das ein echter Zeitgewinn. 

Fazit

Craft CMS ist kein System, das Redakteure mit Komplexität überwältigt. Wer die grundlegenden Konzepte kennt, arbeitet schnell und sicher damit. Sektionen und Einträge strukturieren den Inhalt, Entwürfe und Revisionen schützen die Arbeit, die Live-Vorschau zeigt das Ergebnis vor der Veröffentlichung und Matrix-Felder geben die Freiheit, Seiten so aufzubauen wie sie inhaltlich sinnvoll sind. Eine gute Einführungsschulung dauert bei uns erfahrungsgemäß nicht mehr als zwei bis drei Stunden, danach läuft die tägliche Arbeit eigenständig. 

 

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